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Ein Geschichtenerzähler für die Jugend Selim Özdogan traf in Oettingen den Nerv der Jugendlichen |
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Oettingen (heja). Er ist ein Geschichtenerzähler. Und Geschichten
erzählte er auch vor allem: Selim Özdogan, türkischstämmiger
Kölner, Jahrgang 1971, plauderte am Mittwochabend im Saal der Oettinger
Volkhochschule über seinen Werdegang als Autor, über seine Freunde,
darüber, wie er die Welt sieht. Er las bekannte und weniger bekannte
Texte, ein Gedicht, Kurzgeschichten Romanpassagen - auch von anderen Autoren,
die ihm besonders am Herzen liegen. Fast zwei Stunden hörte ihm ein
bis auf den letzten Platz gefüllter Saal zu und lachte über
seine meist sehr komischen, absurden und krassen Geschichten. Aber noch
etwas war außergewöhnlich an dieser "Lesung", die
nicht wirklich eine war und zu der die Oettinger Bücherstube in Zusammenarbeit
mit der Volkshochschule einlud: der größte Teil der Zuhörer
bestand aus Jugendlichen, die sichtlich fasziniert diesem "Kult-Autor
einer ganzen Generation", wie ihn die Kritik bezeichnet, lauschte.
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vor sechs Jahren veröffentlicht wurde, "klopften Frauenzeitschriften"
an. Wie Cosmopolitain. "Die wollten eine Kurzgeschichte von einem
Autoren, der gegen Affären ist", erfährt man. Özdogan
schrieb sie und spekulierte dabei eher auf das Ausfallhonorar: "Die
meisten Männer sind für Affären. Sie werden ihre Gründe
dafür haben, bei mir ist das anders". Sein Grund: aus enttäuschter
Liebe können Männer tief sinken. Wie Pawlow aus einem tschechischen
Dorf, der, nachdem seine Freundin ihm ihre Affäre gestand, innerhalb
von zwei Tagen "ein genauso großes Stück Scheiße
wurde" wie sein Freund, der dort ein Bordell für Sodomiten
führte und kokste. Die Geschichte wurde abgedruckt. Özdogan
schreibt und redet Klartext. Er überspitzt, provoziert und ist
heftig, aber dennoch warmherzig, humorvoll und (sorry) romantisch. Seine
Themen sind aus dem Leben gegriffen: Gespräche über das Wetter,
der Beschluss ein professioneller Regenhasser zu werden, Gedanken über
Humor, ("unter Niveau kann man nicht lachen"), über die
Einsamkeit von Menschen, die ihren Lieblingsautoren lange Briefe über
ihr Leben schreiben, über Drogen und über das Verliebtsein,
über Sex und den Anrufbeantworter. |
essen"- und eine neue Theorie über die "fliegenden Teppiche"
aufstellen: "Vergiss den Fliegenden Teppich. Die saßen auf
ihren Kamelen und waren so high, dass sie dachten, sie würden fliegen.
... Die waren breit wie Bieberschwänze.... Das Einzige, was geflogen
ist, waren die Fliegen am Arsch der Kamele." |