Traumberuf Tierarzt?

Zeitungsente Paula Print darf mit ihren Freunden bei einer Tieroperation dabei sein

Hohenaltheim (heja). Auf diesen Besuch hatte sich unsere Zeitungsente Paula Print ganz besonders gefreut: Mit ihren Freundinnen Michaela, Corina, Lena und Julia durfte Paula dem Tierarzt aus Hohenaltheim, Dr. Wulf-Dietrich Kavasch und seiner Frau Martha bei der Arbeit über die Schultern schauen. Für Paula stand fest, dass der Tierarzt doch auf jeden Fall ein großer Tierfreund sein müsse und für die vier Mädchen ging ein großer Wunsch in Erfüllung, nämlich etwas mehr über ihren Traumberuf "Tierarzt" zu erfahren. Und sie wurden nicht enttäuscht, denn Kavasch nahm sich für die wissbegierigen Gäste viel, viel Zeit und sie durften sogar bei einer echten Tieroperation dabei sein… Aber jetzt erst einmal der Reihe nach. Zunächst mussten der Tierarzt und seine Frau viele Fragen beantworten: "Warum sind Sie Tierarzt geworden?", platzte Julia gleich heraus. "Ja, das Allerwichtigste für einen Tierarzt ist, dass er Tiere mag. Das ist die Grundvoraussetzung und man muss auch gut mit Leuten umgehen können, denn jeder Tierhalter hängt natürlich sehr an seinem Tier".


Foto: heja

"Und was ist, wenn man nur manche Tiere mag?", wollte Michaela wissen. "Das ist eine gute Frage" antwortete Kavasch, "wenn du zum Beispiel nur Pferde magst, dann musst du eben Pferdetierarzt werden. Aber zuerst lernst du für alle Tiere". "Und wie lange dauert es, bis man Tierarzt wird?", ist Lena neugierig. "Zunächst musst du schauen, dass du dein Abitur mit möglichst guten Noten machst, damit du auch einen Studienplatz bekommst und dann musst du zirka fünf Jahre studieren und am Ende steht die Doktorarbeit, die ein halbes bis ein Jahr dauert". So ein langer Weg, ist Paula erstaunt und fragte: "Ist Tierarzt dein Traumberuf?" "Na ja, das ist eine schwierige Frage" überlegte Kavasch eine Weile. "Weißt du, einen Traumberuf gibt es nicht. Jeder Beruf hat seine Sonnen- und Schattenseiten.Ich muss viele Sachen machen, die man nicht gerne tut. Zum Beispiel Tiere einschläfern. Wenn Hunde Kinder beißen, dann muss ich sie einschläfern, da hilft alles nichts.

 

Aber trotz der traurigen Seiten: Ich würde wieder Tierarzt werden". Während Kavasch all diese Fragen beantwortete, holte seine Frau Martha ein kleines Kaninchen aus einem Käfig: "Das ist ein männliches Kaninchen, ein Rammler", erklärte sie. "Der soll kastriert werden, wenn ihr euch das zutraut, dann könnt ihr bei der Operation zuschauen". Aber vorher, erklärte ihr Mann weiter, bekomme das Kaninchen eine Narkose. Dafür müsse es erst einmal gewogen werden: "Damit ich ihm nicht zuviel Narkosemittel gebe und es am Ende stirbt". Für die Narkosespritze hielt Frau Kavasch den Rammler, der sich heftig wehrte, richtig fest und dann piekste der Arzt zu. Während Michaela und Corina tapfer dabei zuschauten, guckte Paula etwas entsetzt weg. Nach der Spritze kam das Kaninchen in eine Dunkelkammer, "damit es schön einschläft". Als es richtig tief und fest schlief, wurde es in den Operationsraum gebracht.

Dort konnten die fünf Besucher der, wie Kavasch sagte, "kleinen Operation" zuschauen. Was auch mit unterschiedlicher Begeisterung geschah: Paula Print, die schon bei der Spritze nicht hinsehen konnte, verabschiedete sich von der Gruppe in dem Moment, als der Arzt sein Skalpell ansetzte. Etwas später wurde auch Julia ganz blass um die Nase und folgte unserer Zeitungsente an die frische Luft. Für Julia und Paula steht jetzt fest: "Das ist kein Beruf für uns!". Aber die anderen drei ließen sich nicht abschrecken und sahen sich alles ganz genau an. "Wir wollen immer noch Tierärztinnen werden", erklärten sie wie aus einem Mund. Bevor sich die kleine Gruppe für die interessante Einführung in den Tierarztberuf bedankte, wurde sie noch durch alle Praxisräume geführt und schließlich machte sich jeder mit vielen neuen Eindrücken auf den Heimweg.

© Heike Jahnz