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Konservatives Beharren
Man kann nicht umhin, die Entscheidung des Oettinger
Stadtrats zum Thema Waldkindergarten als enttäuschend zu bezeichnen.
Enttäuschend für die acht Kinder, die nun ihren Standort auf
dem Oettinger Roßfeld räumen müssen. Enttäuschend
ist auch, aus welchen Gründen heraus diese Entscheidung fiel. Landschaftsschutz
ist kein Gut für sich, sondern soll den Menschen die natürliche
Lebensgrundlage erhalten. Die Tiere des Waldes und die Waldesruhe werden
durch diese Handvoll Kinder nicht mehr gestört als durch Tiefflieger,
Jogger, Spaziergänger, Waldfahrzeuge oder die Fahrzeuge der Jäger.
Möglichen "Nachahmern", die nun auch das Roßfeld
für ihre Zwecke nutzen wollen, kann man doch leicht den Wind aus
den Segeln nehmen, indem man auf die besondere Förderungswürdigkeit
des Waldkindergartens verweist. Die etablierten Kindergärten brauchen
keine Konkurrenz zu fürchten, da der Waldkindergarten eine andere
"Klientel" anspricht. Kosten und Risiken kann die Stadt durch
entsprechendes Vertragswerk aus dem Weg räumen.
Was bleibt? Es bleibt der Geruch konservativen Beharrens und des Ausbremsens
neuer Entwicklungen.
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Marktplatzkrise ist hausgemacht
Der Grundsatzbeschluss zur Marktplatzsperrung in Oettingen
ist am 27. Januar gefallen. Die aufklärende Informationsveranstaltung
für die Anwohner fand am 5. Mai statt. Zeit en masse also, die Gerüchteküche
überbrodeln zu lassen. Was auch geschah. Übertreibungen und
Horroszenarien hatten leichtes Spiel. Die Anwohner waren am Freitag erstaunt,
dass ja "bloß" dieser kleine Teil der Schloßstraße
abgesperrt werden soll... Eine bessere Entscheidungs-Vorbereitung und
eine zügigere persönliche Information der unmittelbar Betroffenen
hätten diese Maßnahme nicht von Vornherein derart in Misskredit
gebracht. Die Oettinger Marktplatzkrise ist somit großteils hausgemacht
und kritikwürdig ist hier vor allem die Form, weniger die Sache.

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