Alexander Markovich, Pianist und Zauberer...

Der international gefeierte Pianist brachte die große Welt der Musik nach Honhardt

Er spielt in den berühmtesten Konzertsälen der Welt und er gab am vergangenen Wochenende ein atemberaubendes Konzert auf Schloss Honhardt: Alexander Markovich gehört in den USA zu den berühmtesten Pianisten und ist in Deutschland beim Fachpublikum hochgeschätzt.
Er spielte auf Schloss Honhardt Franz Schuberts große B-Dur-Sonate und Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" und machte mit seinem außerordentlichen Programm deutlich, warum Klangkörper wie das San Francisco Symphony Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchstra und die Orchester von Cleveland, Cicinnatti, Montreal oder Detroit ihn als Solisten außerordentlich schätzen.
Schon nachdem die ersten Takte im Schlossfoyer erklangen, war der Liebespakt zwischen Markovich und dem Publikum auf Schloss Honhardt perfekt: der Funke sprang sofort über und Markovich schlug das begeisterte Publikum zwei Stunden lang in seinen Bann. Und selbst das war den Zuhörern nicht genug: sie rangen dem ebenso sympathischen wie herausragenden Pianisten drei Zugaben ab.
Für den ersten Teil des Klavierabends hatte Markovich Franz Schuberts bedeutendes Spätwertk, die B-Dur-Sonate gewählt. Er stellte kantable Breite und dramtische Expansionsfähigkeit der Partitur beispielhaft dar und die kühnen harmonischen Wendungen des Stücks wurden so für die Hörer wieder als die außerordentlichen Ereignisse erlebbar, die, als

© Musik, Ölbild von Edgar Ende


Schubert sie schuf, über das ästhetische Begriffsvermögen seiner Zeitgenossen weit hinausgingen.
Ebenso phänomenal geriet dann im zweiten Teil die Wiedergabe von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung", meist nur in Ravels effektvoller Orchesterfasung bekannt. Die von Markovich gebotene Interpretation zeigte allerdings, dass Mussorgskys Originalfassung für Klavier bei weitem beeindruckender sein kann als Ravels

 

Adaption. Das liegt zum einen daran, dass Mussorgskys Präzision der musikalischen Formulierung von unterschiedlichsten Charakteren der Einheitlichkeit des Klavierklangs bedarf, und so der Hörer nicht von den Rafinessen der Instrumentierung vom eigentlichen musikalischen Geschehen abgelenkt wird. Zum anderen ist Markovich ein völlig eigenständiger und unverwechselbarer Interpert, der das Pbulikum mit seinen musikalischen Deutungen zu verzaubern weiß, auch deshalb, weil es für ihn überhaupt keine technischen Probleme zu geben scheint.
Die Zuhörer bedankten sich so auch mit "standing ovations" für ein großes Konzert.
Mit Alexander Markovich hat Schloss Honhardt die hohe künstlerische Qualität, den es für sich als Veranstaltungsort beansprucht, eindrucksvoll unterstrichen.
Auch am kommenden Wochendende wartet Schloss Honhardt, art in residencce mit einer künstlerischen Rarität auf: Gleich am Freitag geht es weiter mit einer Exklusivproduktion für die Hohenlohe Open Classics und das Rheingau Musik Festival 2001. "Peppina und der Zauberer" ist ein theatralischer Abend, zu dem die Schauspieler Franziska Matthus und Axel Poike sowie das Klenke-Quartett in die Welt des Komponisten Giuseppe Verdi einladen.

© Heike Jahnz