Waldkindergarten muss das Roßfeld räumen

Oettinger Stadtrat spricht sich mehrheitlich gegen einen Betrieb im Bürgermeisterwäldchen aus - bis Juli soll neuer Standort gefunden werden

Oettingen (heja). Der Oettinger Waldkindergarten muss seinen Standort im Bürgermeisterwäldchen auf dem Roßfeld bis Ende Juli räumen. So hat es der Oettinger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag mit zehn zu acht Stimmen beschlossen. Bis Ende Juli, so lautet eine weitere Mehrheitsentscheidung (15 zu drei Stimmen), solle die Stadt gemeinsam mit dem von einer Handvoll Eltern privat betriebenen Kindergarten nach einem anderen Grundstück Ausschau halten. Buchstäblich in letzter Minute hatte Oettingens Bürgermeister Dieter Paus diese versöhnliche Geste ins Spiel gebracht. Zusammen mit der Mehrheit der SPD-Stadtratsfraktion und der PWG hätte er es gerne gesehen, wenn der Waldkindergarten weiterhin auf dem Roßfeld beheimatet geblieben wäre.
Dagegen aber sprachen sich die CSU-Fraktion und SPD-Stadtrat Willi Siebentritt aus. In einer ausführlichen Debatte, in der auch der Sprecher des Waldkindergartens bzw. dessen Trägervereins "Kreaktiv", Karl Lechner, miteinbezogen war, konnte der Stadtrat keine einheitliche Position zu diesem neuen pädagogischen Angebot entwickeln.
Zunächst informierte Kindergartensprecher Lechner über einige Eckdaten. Er versicherte, dass man in den nächsten vier Jahren nicht vorhabe die staatliche Anerkennung anzustreben, die auch für die Stadt Kosten zur Folge hätte. Er betonte, dass man bis dato den Oettinger Kindergärten kein einziges Kind abspenstig gemacht habe und zudem mehr als die Hälfte der derzeit acht
Waldkindergartenkinder nicht aus Oettingen stammten. Auch versicherungsrechtlich könne man durch Verträge jegliche Verantwortung von der Stadt nehmen, auf die damit weder Risiko noch Kosten zukämen. Zum Thema Landschaftsschutz, verwies er darauf, dass die Förster in der Regel keine Bedenken gegen.Waldkindergärten hätten, im Gegenteil,

befürchte, dass dies nach sich ziehen könnte, dass andere Gruppierungen dies ebenfalls in Anspruch nehmen wollten. Man müsse ein anderes Grundstück finden, meinte er. Welches das sein könne, darüber habe man sich jedoch noch keine Gedanken gemacht. Grundsätzlich positiv stand auch Dr. Claus Vogelgsang (PWG) zum Waldkindergarten. Sollte dieser jedoch auf öffentlichem Grund betrieben werden, dann nur unter der Voraussetzung, dass man diesen verpachte.
Soweit versicherungsrechtlich keine Nachteile für die Stadt entstünden, sah wiederum die SPD-Fraktion mehrheitlich keinen Grund, dieser Initiative Steine in den Weg zu legen, so Ursula Straka. Es seien reine Lippenbekenntnisse, meinte sie, wenn man zwar grundsätzlich die Initiative begrüße, ihr jedoch die Unterstützung tatsächlich versage. Peter Wolfinger (SPD) warnte davor, die Initiative wegen der für diese nun entstehenden Mehrkosten förmlich in die staatliche Anerkennung zu treiben. Helmut Stowasser kritisierte, man solle nicht die Bedenken vor das Wohl der Kinder und der Umwelt setzten. Er stellte den Antrag, dass der Waldkindergaren das in Frage stehende Grundstück von der Stadt für zwei Jahre pachte. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt.
Bürgermeister Paus betonte mehrmals, dass er dieser Initiative positiv gegenüberstehe und er die Fortsetzung des Betriebs - die Klärung der rechtlichen Fragen vorausgesetzt - befürworte. Immerhin aber konnte er mit einem entsprechenden mehrheitsfähigen Antrag verhindern, dass der Waldkindergarten seine Zelte sofort abbrechen muss und man sich gemeinsam um eine Ersatzlösung bemüht.

begrüße man allgemein die Erziehung zum respektvollen Umgang mit der Natur dort. Für die CSU-Fraktion vertrat Erwin Taglieber die Auffassung, dass man unter dieser Konstellation den Betrieb des Waldkindergartens auf dem Roßfeld nicht gutheiße und auch keine längere Übergangsfrist gewähren wolle. Zwar begrüße man diese private Initiative grundsätzlich, jedoch müsse man "aufpassen", dass damit Kosten verbunden sein könnten. Der Waldkindergarten, meinte er, sollte idealer Weise mit den bestehenden Kindergärten zusammenarbeiten. Dies vor allem mit Blick auf den Rückgang der Anmeldungen. Als Hauptgrund jedoch führte er an, dass sich der Waldkindergarten in einem Landschaftsschutzgebiet befinde und er